Mobil bleiben – Bewegung bei Demenz

Von Marianne Kirsch
exam. Altenpflegerin und Gesundheitsberaterin
Koordination Demenzprojekte
Caritasverband Schaumberg-Blies e.V.

 

Regelmäßige Bewegung fördert das körperliche Wohlbefinden und bringt das Gehirn auf Touren. Das  gilt nicht nur für junge Menschen. Auch Senioren sollten sich regelmäßig bewegen. Wer sich körperlich fit hält und sich gesund ernährt, senkt das Risiko, im Alter an Alzheimer zu erkranken um bis zu 60%.

Sport und Bewegung im Alter

  • regen die Durchblutung an und  das Gehirn bekommt mehr Sauerstoff
  • verhindern Übergewicht
  • beugen der Zuckerkrankheit, Herzinfarkten und Schlaganfällen vor
  • schützen vor Gefäßerkrankungen
  • beugen depressiven Stimmungen vor

Außerdem regt regelmäßige Bewegung den Stoffwechsel im Gehirn an. Die Nervenzellen können sich dadurch dichter vernetzen und sind aktiver. Das heißt, sie tauschen Informationen untereinander schneller und besser aus.

Regelmäßige körperliche Bewegung trainiert also Muskeln, Knochen und Gelenke, die Gefäße und den Stoffwechsel und nicht zuletzt das Gehirn. So bleiben bei demenzkranken Menschen, und nicht nur bei ihnen, die geistigen Fähigkeiten länger erhalten und können sogar in gewissem Umfang verbessert werden. Dadurch und durch Erhalt der physischen Leistungsfähigkeit kann der Alltag länger selbst gemeistert werden.

Menschen mit Demenz erleiden im Alter zusätzlich zum kognitiven Leistungsverlust die gleichen körperlichen Einbußen wie alle anderen. Durch Muskelschwund, Osteoporose, Arthrose, Gleichgewichtsstörungen und Kurzatmigkeit kommt es zu einem Verlust motorischer Fähigkeiten. Dies hat u.a. zur Folge, dass sich der Gang verlangsamt und die Schritte kürzer werden. Körperliche Leistungen wie Gehen, von einem Stuhl aufstehen oder Treppen steigen sind Schlüssel zur Selbständigkeit älterer Menschen. Fällt z.B. das Gehen schwer, ist die selbständige Lebensführung unmittelbar gefährdet.

Ursache für den körperlichen Leistungsabbau, ist neben der eigentlichen Erkrankung, die mangelnde körperliche Aktivität der Betroffenen. Es kommt zu einem Rückgang motorischer Fähigkeiten wie Kraft und Balance. Das führt zu Unsicherheit beim Gehen und Stehen oder zu Fehlversuchen beim Versuch Aufzustehen. Im schlimmsten Fall kommt es zu Stürzen. Bei dementiell Erkrankten ist das Sturzrisiko 3-mal höher als bei nichtbetroffenen Personen. Die Wahrscheinlichkeit sich bei Stürzen schwer zu verletzen ist 3 – 4-mal so hoch. In vielen Alltagssituationen müssen Bewegungen und geistige Anforderungen miteinander koordiniert werden, z.B. eine Unterhaltung führen während eines Spazierganges. Die Fähigkeit zu solchen Mehrfachhandlungen setzt eine ausreichende Aufmerksamkeit voraus. Die ist aber bei einer Demenzerkrankung stark herabgesetzt. Als Folge kann es zu Bewegungsfehlern (Sturz) kommen.

Ältere Menschen, aber auch Demenzkranke, profitieren von regelmäßiger körperlicher Bewegung.

  • Verbesserung der Beweglichkeit
  • Verbesserung der Durchblutung im Gehirn
  • Bildung von neuen Blutgefäßen, Synapsen und Gehirnzellen
  • Steigerung von Denkfähigkeit
  • Verbesserung der Aufmerksamkeit
  • Gesteigerte Gedächtnisleistung
  • Steigerung von Kraft und Balance
  • Senkung des Sturzrisikos

Bei allen Aktivierungen werden mehrere Sinne angeregt. So sind bei einem Bewegungsangebot neben der eigentlichen Bewegung auch die Sinne Hören, Sehen und Fühlen angesprochen.

Bei der Übungsanleitung ist einiges zu beachten. Anweisungen sollten klar und kurz formuliert werden.  Durch Vorführen der Bewegungen werden die Betroffenen angeregt diese nachzuahmen. Fällt dies schwer, kann der Bewegungsablauf durch Führen der Hand, des Beines unterstützt werden. Mehr Spaß macht Bewegung wenn sie durch Musik begleitet wird. Die Übungen sollten an den Möglichkeiten der Betroffenen angepasst werden. Bitte berücksichtigen Sie, dass das Bedürfnis nach Bewegung individuell sehr unterschiedlich sein kann. Achten Sie sorgsam darauf, dass niemand  – kognitiv wie körperlich – überfordert wird und dass niemandem dabei quasi seine Defizite vorgeführt werden. Bewegung und Bewegungsspiele dienen der Motivation und der Mobilisierung – die Freude steht dabei im Vordergrund!

Tanzen

Tanzen ist nicht nur eine Bewegungsform sondern auch ein soziales Erlebnis. Tanzen fordert den Menschen gleich in dreifacher Hinsicht:

  • durch das Hören der Musik
  • das Umsetzen in die entsprechenden Tanzschritte
  • das körperliche Tun

Zudem kann Tanzen positive Erinnerungen an früher wecken und somit gut tun, Spaß machen und Lebensfreude bringen.

Tanzen

  • fördert die Körperwahrnehmung
  • hilft, in Beziehung zu anderen zu treten
  • lässt die eigene Lebendigkeit spüren
  • stellt den Bezug zum eigenen Körper her
  • fördert positive Stimmungen
  • hilft, nonverbal zu kommunizieren
  • fördert noch vorhandene Ressourcen
  • fördert den Ausdruck von Gefühlen
  • lässt das Gefühl, zur Gesellschaft zu gehören, entstehen
  • verbessert die soziale Kompetenz

Durch den Einsatz von Musik und verschiedenen Materialien werden die Teilnehmer aktiviert. Bei einigen Menschen genügtes schon, lediglich die Musik anzustellen, um ihnen Bewegungen zu entlocken. Bei Twist und Walzer wiegen sie sich hin und her, bewegen Arme und Beine. Schnell kommen dabei Gespräche über die Tanzstunden auf, die die Personen früher besuchten, über die ersten Begegnungen mit dem anderen Geschlecht, die Treffen beim Tanztee sowie die damaligen Sitten und Bräuche. Tänze können im Stehen aber auch im Sitzen durchgeführt werden

Bewegungsgeschichten

Eine Bewegungsgeschichte ist Anlass für eine Fantasiereise. Untermalt mit ansprechender, dem Inhalt der Geschichte angemessener Musik kann sie Flügel verleihen und uns in eine andere Welt entführen.

Bewegungsgeschichten sind interessant und fördern die Konzentration. Gleichzeitig werden nicht nur Gehirn und Denkvermögen, sondern auch Muskeln und Gelenke mobilisiert. Bewegungsgeschichten sind eine zwanglose Form der Bewegung.

Sitzgymnastik

Wie der Name schon sagt, werden die Übungen im Sitzen durchgeführt. Sitzgymnastik kann für Senioren ein sanfter Weg sein um Muskeln aufzubauen, die Beweglichkeit zu steigern und sich fit zu halten. Viele Übungen lassen sich ganz ohne Hilfsmittel durchführen, für andere werden Hilfsmittel wie Bälle, Stangen, Tücher oder Säckchen benötigt. Viele Senioren können Säckchen besser greifen und halten als Bälle. Säckchen rollen nicht weg und bieten eine griffige Oberflächenstruktur. Es gibt Säckchen mit den unterschiedlichsten Füllungen, z.B. Erbsen, Linsen, Reis, Sand, Styropor, usw. Was in der Sitzgymnastik immer benötigt wird ist ein stabiler Stuhl. Er sollte nicht wackeln und auf einem ebenen Boden stehen. Ob der Stuhl Armlehnen hat oder nicht hängt davon ab wie fit der Teilnehmer ist. Ein Stuhl ohne Armlehnen bietet mehr Bewegungsfreiheit.

Die Übungen der Sitzgymnastik kann man mit Übungen des Gedächtnistrainings verbinden. So wird nicht nur der Körper sondern auch der Geist trainiert.

Übungen für Arme und Hände

  • die Arme ausschütteln
  • die Schultern kreisen (vorwärts und rückwärts)
  • die Schultern hochziehen und wieder senken
  • die Unterarme vor dem Körper umeinander kreisen
  • den Oberkörper an einem fiktiven Seil nach vorne ziehen
  • mit den Armen eine fiktive Leiter hinauf klettern
  • mit den Armen nach fiktiven Gegenständen greifen, dabei die Arme weit ausstrecken
  • einen fiktiven Gegner boxen
  • mit der Hand auf die eigene Schulter tippen
  • in die Hände klatschen
  • hinter dem Rücken klatschen
  • über dem Kopf klatschen
  • einmal links vom Körper dann rechts vom Körper in die Hände klatschen
  • die Hände ausschütteln
  • auf einem fiktiven Klavier spielen
  • die Finger einer Hand nacheinander mit dem Daumen zusammen tippen
  • die Finger soweit wie möglich auseinanderspreizen
  • die Finger zu einer Kralle formen
  • die Finger spreizen und dann einzeln in die Handinnenfläche tippen lassen
  • die Hände zu einer Faust ballen und wieder öffnen
  • mit den Fingern schnipsen
  • die ausgestreckten Finger einer Hand einzeln mit Hilfe der anderen Hand nach hinten drücken und dadurch dehnen
  • Schwimmbewegungen nachahmen
  • Mit ausgestreckten Armen seitlich vom Körper hoch und runter schwingen
  • Die Arme nach vorne strecken und hoch und runter schwingen
  • Die Finger einzeln massieren
  • Die Arme selbst massieren
  • Mit den beiden Händen die jeweilige Schulter berühren
  • Fiktives Fenster putzen
  • Fiktive Wolle wickeln

Übungen für Beine und Füße

  •  die Füße abwechselnd auf die Fersen und die Zehenspitzen stellen
  • Bein ausstrecken, anziehen, Bein wechseln
  • Bein heben, den Fuß kreisen lassen
  • Füße auf die Hacken stellen, Zehen locker bewegen
  • Mit einem Fuß Kreise auf den Boden malen
  • Mit einer Fußspitze Kreise auf den Boden malen
  • Mit den Knien hoch und runter federn
  • Bein heben, mit dem Fuß Kreise in die Luft malen
  • Einen Oberschenkel heben und senken
  • Einen Unterschenkel heben und senken
  • Die Beine heben und Rad fahren
  • Marschieren auf dem Platz
  • Beine strecken, Füße ausschütteln
  • Eine fiktive Treppe hochsteigen

Übungen mit Säckchen

  • ein Säckchen in die Hand nehmen und den Inhalt ganz genau erfühlen
  • das Säckchen von einer Hand in die andere werfen
  • das Säckchen von einer Hand in die andere legen
  • das Säckchen über dem Kopf, unter dem Knie, unter dem Oberschenkel von einer Hand in die andere Hand legen
  • das Säckchen hochwerfen und mit beiden Händen auffangen
  • das Säckchen hochwerfen und mit einer Hand auffangen

Übungen mit Tüchern

  • ein Tuch in eine Hand nehmen und über dem Kopf schwenken
  • Tuch vor dem Körper hin und her schwenken
  • Tuch neben dem Körper vor und zurückschwenken
  • Knie anheben, Tuch unter den Knien in die andere Hand geben
  • Tuch hochwerfen, mit beiden Händen auffangen
  • Tuch an einem Zipfel fassen und in alle Richtungen winken
  • Tuch zusammenrollen, an beiden Enden fassen, Arme nach vorne strecken, Arme heben und senken
  • Tuch falten
  • Ein fiktives Fenster putzen
  • Tuch als Halstuch um den Hals legen
  • Tuch als Schultertuch um die Schultern legen

Bewegung mit Bällen

Bälle sind für die Sitzgymnastik wie geschaffen. Bälle wecken Kindheitserinnerungen und verleihen den Übungen einen spielerischen Anstrich. Bälle animieren jeden zum Mitwirken.  Es können verschiedene Arten von Bällen verwendet werden.

Oftmals benötigen Menschen mit Demenz, die Weglauftendenzen zeigen, einen Reiz, um sich hinzusetzen. Ein Ball könnte diesen Reiz auslösen. Schaumstoffbälle sind leicht, das Verletzungsrisiko ist gering.

Übungen mit tennisballgroßen Schaumstoffbällen

  • in die Hand nehmen und die Hand fest zusammendrücken
  • von einer Hand in die andere legen
  • von einer Hand in die andere werfen
  • hinter dem Rücken, unter dem Knie, unter dem Oberschenkel von einer Hand in die andere Hand legen
  • über den Kopf von einer Hand in die andere Hand legen
  • hochwerfen und mit beiden Händen auffangen
  • hochwerfen und mit einer Hand auffangen
  • Ball in die Hand nehmen und einen Finger nach dem anderen in den Ball drücken

Übungen mit großen Schaumstoffbällen

  • hochwerfen und mit einer Hand auffangen
  • hochwerfen und mit einer Hand auffangen
  • zwischen die Füße legen, mit den Füßen anheben und wieder senken
  • in beide Hände nehmen, Arme strecken, Arme heben und senken
  • Ball seinem Gegenüber zuwerfen

Übungen mit Wasserball/Gymnastikball

Insbesondere für Betroffene, die grobmotorisch veranlagt sind, ist der Gymnastikball ein hervorragendes Medium zur körperlichen Aktivität. Der große Ball ist von weitem sichtbar und wirkt auch auf Menschen animierend, die kleine Gegenstände nicht wahrnehmen können. Ein Ball in dieser Größe erzeugt Aufmerksamkeit und lädt zum Aktiv-Sein ein.  Der Gymnastikball ist bei allen Stadien der Demenz einsetzbar, da er keinerlei feinmotorische Fähigkeiten abverlangt.

Eine leichtere Alternative zum Gymnastikball ist ein aufgeblasener Wasserball.

  • Zurollen des Balles
  • Ball hochnehmen und einmal auf dem Boden aufkommen lassen bevor er den Mitspieler erreicht
  • Ball hochwerfen und auffangen
  • Hochwerfen, in die Hände klatschen, auffangen
  • Auf dem Kopf balancieren
  • Zwischen die Füße legen, anheben, wieder absenken
  • Sich gegenseitig zuwerfen
  • Ball mit den Füßen seinem Gegenüber zuschießen
  • Zu seinem Gegenüber rollen
  • Den Gymnastikball (auf dem Boden) mit einer Hand um die eigene Achse drehen

Bewegung mit Luftballons

Durch ihr minimales Gewicht sind Luftballons hervorragend geeignet, sie als Gymnastikgeräte für Aktivierungsrunden mit Demenzkranken einzusetzen.

Das Spiel mit Luftballons ist besonders für Demenzkranke geeignet. Das hat viele Gründe:

  • Sie bieten durch ihre bunte Farbe optische Reize
  • Luftballons sind langsamer als Bälle. Man braucht sie nicht zu fangen, sondern nur davor zu tippen, um sie abzufangen und weiterzuspielen
  • Luftballons sind leicht, man kann sich nicht verletzen
  • Man muss vor dem Spiel mit Luftballons nicht alles vom Tisch räumen

Füllt man den Luftballon mit Sand erhält man kleine, nachgiebige Bälle. Hiermit kann die Beweglichkeit der Hände spielerisch gefördert werden.

Füllt man den Luftballon mit Erbsen, Reis oder Linsen erhält man ein Rhythmusinstrument, Nach dem Befüllen und Aufblasen des Luftballons werden durch Schütteln rhythmische Laute erzeugt.

Übungen mit Luftballons

  • Luftballon so hoch in die Luft halten wie möglich
  • Luftballon in die Luft werfen und wieder auffangen
  • Luftballon seinem Gegenüber zuwerfen
  • Luftballon in die linke Hand nehmen und den Arm kreisen, anschließend die Richtung ändern. Danach die Übung mit dem anderen Arm durchführen
  • Luftballon zwischen den Handflächen halten, Arme nach vorne und nach hinten kreisen
  • Luftballon zwischen den Handflächen fest zusammendrücken
  • Luftballon zwischen die Füße klemmen und Beine hochheben, ohne den Luftballon fallen zu lassen.
  • Luftballon schnell an den Nachbarn weitergeben
  • Versuchen, dass der Luftballon in der Luft bleibt, mit Antippen verhindern das er herunterfällt

Übungen mit Bällen am Tisch

Ist nicht ausreichend Platz für einen Stuhlkreis können auch viele Übungen aus der Sitzgymnastik am Tisch durchgeführt werden. Das Rollen von Bällen über einen Tisch von einem zum anderen ist auch für Teilnehmer mit sehr eingeschränkter Bewegung noch lange möglich. Während der Durchführung von Ballspielen am Tisch ist darauf zu achten, dass unterschiedlich Aktive nebeneinander sitzen. Andernfalls besteht die Möglichkeit, dass der Ball oft herunterfällt. Das stoppt die Bewegung und die Aktivität und es entsteht kein Fluss beim Spiel. Beim Zurollen des Balls über den Tisch kann man beobachten, dass auch antriebslose Betroffene ganz automatisch nach dem Ball greifen. Teilweise behalten sie den Ball erst einmal in der Hand, betrachten ihn, bevor sie ihn auf seine nächste Reise schicken. Zwischen den Betroffenen wird Blickkontakt aufgenommen. Viele Spieler entwickeln Vorlieben, wem sie den Ball am liebsten zuspielen.

Variationen erreicht man durch Veränderung der Ballgröße, der Beschaffenheit und des Gewichts. Je schwerer der Ball ist, desto langsamer rollt dieser über den Tisch. Je größer der Ball , desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Ball aufgefangen wird. Durch begleitende Musik entsteht ein Rhythmus, der sich auf die Bewegungen des Einzelnen auswirkt. Die Beschaffenheit des Balls regt die Hände an, diesen zu erkunden.

Kegeln

Das Thema Kegeln ist eines von vielen, welches bei den Demenzerkrankten Erinnerungen weckt. Sie beginnen zu erzählen, in welchem Verein oder mit welchen Freunden sie früher gekegelt haben. Jeder dieser Betroffenen kennt die eine Bewegung, mit der die Kugel über die Bahn manövriert wird. Die verschiedenen Gegenstände, die für das Kegeln eine wichtige Rolle spielen, sind allesamt variabel. Die Kugel ist in allen Ballausführungen einsetzbar. Diese kann von klein bis groß und von leicht bis schwer variieren. Gleichzeitig ist die Materialbeschaffenheit veränderbar. Die Kegel sind in ihrer normalen Ausführung zu verwenden, können aber auch gegen Gummi- oder Schaumstoffkegel oder gegen Plastikmineralwasserflaschen ausgetauscht werden. Diese sind durch unterschiedliche Füllmengen noch in ihrer Schwere und Standfestigkeit abwandelbar.

Kegeln kann im Stehen aber auch im Sitzen durchgeführt werden.

Bewegung mit dem Schwungtuch

Ein Schwungtuch sieht interessant aus, es animiert und aktiviert die Mitwirkenden von selbst. Die Betroffenen brauchen keinerlei Kenntnisse und lassen sich einfach von dem Tuch und seinen Bewegungen leiten. Um das Schwungtuch in Gebrauch zu nehmen, bedarf es mehrerer Personen, die in einem Kreis stehen oder sitzen. Jeder Teilnehmer bekommt eine Schlaufe des Tuchs in die Hand. So wird das Tuch gespannt und festgehalten. In die Mitte des Tuchs wird ein Ball gelegt, der dann durch die Bewegungen der Teilnehmer über das Tuch wandert. Das Ziel der Aktivität ist es den Ball auf dem Tuch zu bewegen ohne dass er herunterfällt. Betroffene, die vom Heranrollen des Balles nicht aktiviert werden, bekommen trotzdem über die Bewegung des Tuches einen Input und heben die Arme nach oben. Das heißt, die anderen Teilnehmer und das Tuch an sich regen die Bewegung an. Der Ball ist in seiner Größe und in seinem Gewicht variabel. Ein schwerer Ball fällt nicht so schnell aus dem Tuch, setzt sich aber schwieriger in Bewegung. Dabei müssen die Teilnehmer mehr Kraft aufwenden. Ein leichterer Ball, z.B. ein Luftballon oder Softball, ist leichter in Bewegung zu bringen, fällt aber auch schneller aus dem Tuch.

Atemgymnastik

Diese Aktivität zielt nicht auf die Bewegung des Bewegungsapparates ab, sondern der der Lunge. Bei dieser Bewegung wird die tiefe Atmung der Teilnehmer aktiviert. Dazu kann im Frühjahr die Pusteblume verwendet werden. Das Aussehen der Pusteblume ist fast jedem bekannt. Auch, dass diese aus einem Löwenzahn entsteht, wissen viele. Als Einstimmung in das Thema wird der noch nicht verblühte Löwenzahn herumgereicht. Dabei entsteht dann ein erstes Gespräch. Anschließend bekommt jeder Teilnehmer eine Pusteblume in die Hand und kann anschließend pusten. Die Teilnehmer können auch nacheinander eine Blume bekommen. Dann sind sie in der Lage, den Anderen zuzuschauen. Die Pusteblumen sind nicht langlebig und von einem kurzen Pusten ist die Betätigung der Lunge auch noch nicht aktiviert worden. Es besteht die Möglichkeit auf ein anderes Material wie z.B. Watte zurückzugreifen. Wattebällchen sind jederzeit einsetzbar.

  • Watte kräftig wegpusten
  • Watte mit einem Strohhalm ansaugen
  • Watte in ein Ziel pusten
  • Angesaugte Wattekugeln in ein Gefäß versenke

 

 

Quellen:

-         Mal-alt-werden.de
-         Bewegung-bei-Demenz.de
-         Alzheimer Forschung Initiative e,V, Körperliche Fitness bei Demenz
-         Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Wegweiser Demenz, I
In Bewegung bleiben
-         Pflegen demenz, Friedrich Verlag, Bewegungsspiele
-         Deutsche Alzheimer Gesellschaft, Selbsthilfe Demenz, Informationsblätter

 

 

 

 

 

 

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